Entlastungsprämie im Bundesrat: Dachdecker-Verband Nordrhein fordert Ablehnung
Am 8. Mai 2026 befasst sich der Bundesrat mit der geplanten steuer- und abgabenfreien Entlastungsprämie. Der Dachdecker-Verband Nordrhein hat die Mitglieder des Bundesrates für das Land Nordrhein-Westfalen vor der Abstimmung schriftlich aufgefordert, der Regelung in der aktuellen Ausgestaltung nicht zuzustimmen.
Warum der Verband die Entlastungsprämie ablehnt
Die geplante Entlastungsprämie führt zu einer Verlagerung finanzieller Verantwortung auf die Betriebe. Beschäftigten wird eine Zahlung in Aussicht gestellt, während die Finanzierung nicht durch den Staat abgesichert ist. Die wirtschaftliche Last liegt damit faktisch bei den Arbeitgebern.
Diese Konstruktion erzeugt konkrete Erwartungen innerhalb der Belegschaften. Viele Betriebe können diese Zahlungen aufgrund ihrer aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht leisten. Daraus entstehen zusätzlicher Druck sowie Konfliktpotenzial im Betrieb.
Kostensteigerungen im Dachdeckerhandwerk: Aktuelle Zahlen
Die wirtschaftliche Situation im Dachdeckerhandwerk ist durch belastbare Daten belegt. Nach einer Umfrage des Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks berichten 98 % der Betriebe von deutlich gestiegenen Materialkosten.
- Durchschnittliche Kostensteigerung: rund 30 %
- Einzelfälle: bis zu 50 %
- Zusätzlich: steigende Energiepreise und Kraftstoffkosten
- Zunehmende regulatorische Anforderungen
Diese Faktoren reduzieren den finanziellen Spielraum der Betriebe erheblich.
Auswirkungen auf Betriebe und Beschäftigte
Die aktuelle Ausgestaltung der Entlastungsprämie führt zu mehreren konkreten Risiken:
- Zusätzliche finanzielle Belastung für kleine und mittlere Unternehmen
- Erwartungsdruck innerhalb der Belegschaften
- Belastung des Betriebsfriedens
Die Maßnahme erreicht damit nicht die beabsichtigte Entlastungswirkung.
Forderung des Dachdecker-Verbandes Nordrhein
Der Dachdecker-Verband Nordrhein fordert den Bundesrat auf, der Entlastungsprämie in der aktuellen Form nicht zuzustimmen.
Die Innungsbetriebe sichern Arbeitsplätze, Ausbildung und die Leistungsfähigkeit im Bau- und Energiebereich. Diese Funktionen sind ein zentraler Bestandteil des Wirtschaftsstandorts Nordrhein-Westfalen.
Welche Alternativen der Verband vorschlägt
Für eine wirksame Entlastung von Beschäftigten benennt der Verband konkrete Maßnahmen:
- Steuerliche Entlastungen für Betriebe zur Schaffung finanzieller Spielräume
- Verlässliche und planbare Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Energieversorgung
- Zeitlich befristete steuer- und abgabenfreie Stellung der ersten 1.000 Euro des monatlichen Arbeitslohns in den Monaten Mai, Juni und Juli
Diese Ansätze wirken direkt und vermeiden zusätzliche Belastungen für die Betriebe.
Der Dachdecker-Verband Nordrhein erwartet von den Ländern im Bundesrat eine Entscheidung im Interesse des Mittelstands.
Politische Maßnahmen müssen wirtschaftlich tragfähig sein und dürfen keine zusätzlichen Belastungen für kleine und mittlere Betriebe erzeugen.
Die aktuelle Ausgestaltung der Entlastungsprämie erfüllt diese Anforderungen nicht.
Eine Ablehnung im Bundesrat ist aus Sicht des Verbandes die folgerichtige Entscheidung.
Stellungnahme zur Entlastungsprämie des Dachdecker-Verband Nordrhein







