Düsseldorf, 02.07.2026 – Das heute vorgestellte Reformpaket der Bundesregierung enthält aus Sicht des Dachdecker-Verbandes Nordrhein sinnvolle Ansätze zum Bürokratieabbau.
Gleichzeitig belasten einzelne Maßnahmen das Handwerk unnötig und setzen an den falschen Stellen an.
„Jede Maßnahme, die Betriebe von Bürokratie entlastet und Genehmigungen beschleunigt, ist ausdrücklich zu begrüßen. Unsere Unternehmen verbringen zu viel Zeit am Schreibtisch und zu wenig auf den Baustellen. Hier geht das Reformpaket grundsätzlich in die richtige Richtung“, erklärt Martin Weihsweiler, Vorsitzender des Dachdecker-Verbandes Nordrhein.
Positiv bewertet der Verband insbesondere die angekündigte Reduzierung von Berichts- und Dokumentationspflichten, Vereinfachungen im Datenschutzrecht für kleine und mittlere Unternehmen sowie schnellere Genehmigungsverfahren. Auch der geplante Ausbau der Stromnetze und beschleunigte Netzanschlüsse könnten die Umsetzung von Photovoltaikprojekten erleichtern.
Kritisch sieht der Verband dagegen die geplante Erhöhung des Pauschalsteuersatzes für Minijobs von zwei auf fünf Prozent. Gerade im Dachdeckerhandwerk sorgen Minijobs für Flexibilität bei Auftragsspitzen, Krankheitsvertretungen oder saisonalen Schwankungen. Höhere Abgaben verteuern diese Beschäftigungsform und belasten insbesondere kleine und mittelständische Betriebe. Positiv ist, dass die Bundesregierung am Instrument des Minijobs grundsätzlich festhält.
Ebenso kritisch bewertet der Verband die geplante Kürzung der steuerlichen Förderung von Handwerkerleistungen. Der Steuerbonus soll von bislang 20 auf künftig 15 Prozent sinken. „Wer private Investitionen in Sanierungen fördern will, darf die steuerlichen Anreize nicht gleichzeitig zurückfahren.
Diese Entscheidung sendet das falsche Signal – gerade in einer Zeit, in der energetische Sanierungen, Klimaanpassung und Werterhalt von Gebäuden politisch gewollt sind“, so Weihsweiler.
Auch die geplante Stärkung des Wohnungsbaus bewertet der Verband positiv. Zusätzliche Investitionen in den Neubau können mittelfristig für mehr Aufträge im Dachdeckerhandwerk sorgen.
„Das Reformpaket enthält richtige Ansätze. Bürokratieabbau und schnellere Verfahren können unsere Betriebe spürbar entlasten. Gleichzeitig werden mit der höheren Besteuerung von Minijobs und der Kürzung des Handwerkerbonus zwei Maßnahmen vorgeschlagen, die den Arbeitsalltag vieler Betriebe erschweren und private Investitionen ausbremsen. Hier besteht aus unserer Sicht deutlicher Nachbesserungsbedarf!“







